Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt! (Albert Einstein)

 

Leider ist meist der erste Satz den ich als Züchter am Telefon zu hören, oder per E-Mail zu lesen bekomme „was kostet ein Malteser bei Ihnen?“.

 

Züchter

Zuerst einmal muss ein Züchter nicht unerhebliche Vorleistungen erbringen bis er überhaupt züchten kann, wie die Mitgliedschaft in einem dem VDH angehörigen Verein mit Beitrag, das kostenpflichte Beantragen und schützen des Zwingernamens und natürlich den Kaufpreis der Zuchttiere.

 

Zuchttiere

Im Zuchtgeschehen kommt die gesunde, artgerechte Aufzucht der Tiere bis sie das Alter der Zuchttauglichkeit erlangen, dann die kostenintensiven Untersuchungen zur Zuchttauglichkeit, wie Patella beim zugelassenen Arzt. Bei uns im Verein müssen die Zuchttiere beide ein Patella- 0/0-Ergebnis haben, um zugelassen zu werden. Davor besuchen die Zuchttiere mit uns diverse Hundeausstellungen, um die nötigen Rassemerkmale von einem Formrichter bestätigen zu lassen. Die Ausstellungen sind ebenfalls sehr kostenintensiv, beispielsweise für die Meldegebühr, Fahrtkosten und Verpflegung sowie Unterkunft. Nach dem Erreichen der Kriterien für eine Zuchttauglichkeit kommt der Tag der kostenpflichtigen Zuchttauglichkeitsprüfung durch zwei Formwertrichter. Bislang sind hier Kosten für Impfungen, Entwurmungen, Futter, Vitamine, Mineralien, Hundekörbe, Kissen, Spielzeug, Shampoo, Pflegespray, Kämme, Bürsten etc. aufgelaufen. So kommen schnell mal ein paar tausend Euro zusammen, bis ein Tier zuchttauglich ist.

 

Deckakt

Bis es zu einem Deckakt kommt, schaue ich mir verschieden Zuchtpartner für meine Hündinnen an. Hierfür fahre ich auf diverse Ausstellungen oder direkt zu dem Züchter, um mich persönlich von dem Rüden zu überzeugen. Allein das Studieren der Ahnentafeln erfordert eine nicht unerhebliche Zeit. Für die Fahrten zum Rüden und die Decktaxe fallen ebenfalls einige hundert bis sogar über tausend Euro an.

 

Geburt

Nach dem Deckakt hofft man darauf, dass die Hündin aufgenommen hat und freut sich, wenn alle Zeichen auf GO stehen. Dann beginnt weiterhin eine sehr kostenintensive Phase, denn ich lasse prinzipiell einen Ultraschall ab dem 40. Tag der Aufnahme anfertigen, dann die Aufbaupräparate, das höherwertigere Futter und Zubehör zur Vorbereitung der Hündin auf die Geburt, Welpenkiste, später mit Auslauf und Spielmöglichkeiten, sowie Spielzeug. Jede Geburt ist ein sehr intensives Erlebnis, bei dem ich immer hoffe, dass alles glatt geht. Bei Komplikationen muss der Tierarzt dazu genommen werden. Ein Kaiserschnitt kann ebenfalls schnell mehrere hunderte Euro kosten.

 

Welpen

Nach der Geburt erledigt zunächst das Muttertier alle Aufgaben für die ersten drei Wochen, dann beginnt die Aufgabe für mich als Züchter, denn die Welpen werden an Futter und die Pflege gewöhnt. Selbstverständlich beginnt nun auch die Phase der Entwurmung der Welpen. Die Zeit, die ich als Züchter in der Aufzucht und Prägung stecke, damit die Welpen unerschrockene, selbstbewusste kleine Persönlichkeiten werden und alles andere liegen bleiben muss, kann nicht in Geld bemessen werden.

Sie können sich bestimmt vorstellen, dass die vermehrten Küchenrollen, Strom, Wasser, Heizung, Shampoo und Waschmittel-verbrauch für die Hygiene der Welpen, die Kuchen, Getränke und Telefonkosten für die Welpeninteressenten ebenfalls sehr kostenintensiv sind.

Sehr wichtig ist für mich, dass in der Prägungsphase der Welpen verschiedene Ausflüge gemacht werden, so dass diese beispielsweise das Autofahren gewohnt sind. Auch müssen verschiedene Dinge ersetzt werden, die von den Welpen zernagt wurden.

Bevor meine Welpen ab der 12. Woche an die neuen Besitzer gehen, werden sie vom Tierarzt gechipt, noch einmal entwurmt und untersucht, erhalten ein Gesundheitszeugnis, der Zuchtwart schaut sich jeden Welpen nochmal an und die Zuchtstätte wird genauestens geprüft. Dies ist ebenfalls ein kostenintensives Procedere, denn erst dann kann kostenpflichtig die Ahnentafel beantragt werden.

 

Allgemeines

Wie Sie erkennen können, ist eine seriöse Zucht eine sehr kostenintensive Aufgabe, die allumfänglich nur durch die Einnahmen des Welpenpreises wieder kompensiert werden können. Ein seriöser Züchter muss für ein auskömmliches Gleichgewicht für die Unterhalt seiner Hunde sorgen. Wie Sie sehen, ist es nicht möglich, verantwortungsvoll zu züchten, ohne erhebliche Kosten!

 

Generell möchte ich Sie vor ausländischen „Internet-Maltersern“ waren, die Sie für einen Preis von 800-1300 Euro bekommen (mit Papieren 200 Euro mehr…). Bitte lassen Sie sich von einem Züchter Ihrer Wahl die Unterlagen, sowie die Elterntiere zeigen und schauen Sie sich die anderen Tiere (wenn vorhanden) genau an, sind sie gepflegt, neugierig oder verängstigt? Gibt es ältere Tiere im Rudel, so dass man davon ausgehen kann, dass der Züchter diesen Hunden Ihr Rentendasein ermöglicht?

Ich kann Ihnen versichern, dass ein seriöser Züchter, wie ich, Ihnen freiwillig Einblick in sämtliche Untersuchungsergebnisse und mit Stolz seine Zucht zeigen wird!

 

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Kauf eines Malteserwelpen um eine langjährige Investition handelt. Es lohnt sich nicht, am falschen Fleck zu sparen, denn meistens sind die Folgekosten für einen „Internet-Malteser“ um ein Vielfaches höher als die Kosten für einen Welpen bei einem seriösen Züchter.

 

Herzlichst,

Ihre Ruth Heinrich

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